Bad Essen stärken – Demokratie und Dialog leben

Wie können wir Bad Essen weiter voranbringen, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und mehr Menschen für Demokratie und kommunale Politik erreichen? Darüber sprachen am 19. August Vertreterinnen und Vertreter von OK! Bad Essen e.V., SPD und Die Grünen im Gemeindehaus der katholischen Kirche.

Für die Grünen nahmen Maggy Moog und Elke Eilers, für die SPD Timo Natemeyer und Silke Depker teil. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von OK! wurde über die Stärken Bad Essens, kommunalpolitische Aufgaben und die Sorge vor einem Erstarken rechter und populistischer Kräfte gesprochen.

Bad Essen ist stark – und soll es bleiben

Einigkeit bestand darin, dass Bad Essen mit seinen 17 Ortschaften viel zu bieten hat: hohe Lebensqualität, starke Vereine und ehrenamtliche Strukturen, Schulen und Betreuung, Natur und Tourismus sowie den Kur- und Gesundheitsstandort. Die SPD setzt für 2026 bis 2031 unter anderem auf die Stärkung der drei Grundschulstandorte, die Weiterentwicklung der Oberschule, Kinderbetreuung und Familien sowie das Sportzentrum. Weitere Schwerpunkte sind Feuerwehr, THW und Ordnungsdienst, Ehrenamt und Vereine, Mobilität und Radverkehr sowie eine bürgernahe Verwaltung.

Die Grünen sehen nach der Schließung des St.-Raphael-Krankenhauses besonderen Handlungsbedarf bei der Gesundheitsversorgung. Daneben setzen sie auf starke Kita- und Schulstandorte, einen Sozialbeirat als Basis für eine bürgernahe Diskussion, Palliativ- und Hospizversorgung, selbstbestimmtes Wohnen, Barrierefreiheit, Begegnungsräume und kommunalen Hitzeschutz.

Demokratische Zusammenarbeit bedeutet dabei nicht, einer Meinung zu sein.Unterschiedliche Schwerpunkte und Lösungswege müssten erkennbar bleiben.

Gute Entwicklungen besser kommunizieren

Am Beispiel der geplanten Rathauserneuerung wurde deutlich, wie wichtig Kommunikation ist. Demnach sollte die Neugestaltung des Gebäudes mit Augenmaß erfolgen: energetisch und kosteneffizient, barrierefrei, brandschutztechnisch sicher sowie digital und zugleich bürgernah. Auch die großen Investitionen in die Schulen seien Investitionen in die Zukunft der Gemeinde und ihrer Jugend.

Gleichzeitig entstand die Frage, ob solche Entwicklungen die Bevölkerung ausreichend erreichten. Parteiprogramme enthalten zwar konkrete Vorhaben, aber im Wahlkampf würden häufig eher allgemeine Botschaften wahrgenommen. Es sei gar nicht so einfach, heute jeden Bürger zu erreichen. Persönliche Diskussionen, Digitale Angebote oder eine App könnten Information und Bürgerbeteiligung verbessern, führen aber auch zu einer Überforderung an Medien-Inhalten, die jeweils gut betreut und vorbereitet werden müssten.

Demokratie braucht Begegnung

Sorge bereitet ein mögliches Erstarken der AfD auf kommunaler Ebene. In der Runde wurde die Einschätzung vertreten, dass deren örtliche Kandidaten vielen Menschen kaum bekannt seien und Zustimmung teilweise eher Protest gegenüber den etablierten Parteien als eine Entscheidung über konkrete kommunale Konzepte sein könnte. Auch die von OK! entwickelte Idee eines öffentlichen Bürgerdialogs wurde deshalb diskutiert. Unmittelbar vor der Kommunalwahl sei es aber zu kurz vorzubereiten und ziehe eher interessierte Anhänger klassischer Parteien an, die bereits der Demokratie zugewandt sind. Die Idee soll deshalb weiterverfolgt werden, unabhängiger vom aktuellen Kommunalwahlkampf und mit mehr Vorlauf, möglicherweise mit Blick auf die Landtagswahl 2027. 

Die Bürger sollten die Gelegenheit bekommen, sich mehr in die Diskussion um Themen einzubringen, zum Beispiel auch dauerhaft durch einen Bürgerrat. Grundsätzlich fand auch dieses Format Zustimmung und ist ein Aufruf an alle, sich engagiert und interessiert zu zeigen. 

Miteinander statt übereinander

OK! Bad Essen steht seit seiner Gründung für Offenheit, Integration und Begegnung. Heute gilt es, diesen Gedanken weiterzutragen und Ältere wie Jüngere, die verschiedenen Ortschaften und Communities, Vereine, Kirchen und andere gesellschaftliche Gruppen einzubeziehen.

Dabei sollte nicht nur über Probleme gesprochen werden. 

Bad Essen ist eine starke und lebenswerte Gemeinde – und auch das muss sichtbar sein. SPD, Grüne und OK! müssen nicht in allen Fragen übereinstimmen. Einigkeit bestand aber darin, Toleranz, Offenheit und demokratisches Engagement klar zu vertreten und Menschen zum Mitmachen zu ermutigen. Der offene Austausch am 19. August war ein weiterer Schritt dazu.